Christuskirche

 

Orgel

Wenn man unsere Kirche so von außen betrachtet wirkt sie doch eher schlicht und bescheiden. Das täuscht leicht darüber hinweg, dass sie in ihrem Inneren einen Schatz birgt, nämlich unsere Orgel. Erbaut wurde sie im Jahr 1985 von der Orgelbaufirma Hammer aus Hemmingen bei Hannover. Viele Gastorganisten haben sich schon lobend über die Farbigkeit und die vielen Möglichkeiten des Instrumentes geäußert. 18 Register (das sind die verschiedenen Klangfarben, die sich aus der unterschiedlichen Bauart der Pfeifen ergeben) verteilen sich auf 2 Manuale und Pedal, das ist für den kleinen Kirchenraum schon recht großzügig. 1004 Pfeifen aus Holz und Metall stehen im Orgelgehäuse, die Kleinsten haben Bleistiftgröße, die Größte erreicht eine Länge von 2,40 Metern. Wegen der fehlenden Höhe auf der Empore liegen die 5 größten Pedalpfeifen unter der Orgel auf dem Emporenboden.

Orgel GesamtansichtOrgel-ManualOrgelpfeifen

Die Disposition unserer Orgel:

Hauptwerk I. Manual
1. Holzrohrflöte 8
2. Principal 4
3. Gedecktflöte 4
4. Nassad 2 2/3
5. Schwiegel 2 
6. Terz 1 3/5
7. Mixtur 3f.
8. Dulcian 8
Tremulant

Brustwerk II. Manual
9. Bleigedackt 8
10. Dulzflöte 8 (Streicher, eingebaut 1999)
11. Blockflöte 4
12. Principal 2
13. Quinte 1 1/3
14. Vox Humana 8
Tremulant
Manualkoppel II-I

Pedal
15. Subbaß 16
16. Oktavbass 8
17. Baßflöte 8 – Transmission aus 1
18. Oktavbaß 4 – Transmission aus 2
19. Baßflöte 4
20. Fagott 16
Koppel I-P und II-P

Die Zahl hinter den Registernamen bezeichnet jeweils die Länge der tiefsten Pfeife in der alten Maßeinheit „Fuß“. Ein Fuß misst ca. 30 cm. Dabei sind Pfeifen, die oben mit einem Deckel geschlossen sind, tatsächlich nur halb so lang, wie deren Fußzahl es angibt. Dennoch klingen sie in der entsprechend tieferen Tonhöhe. So müsste eigentlich die tiefste Pfeife des Subbaß 16 etwa 4,80 Meter lang sein und damit durch das Kirchendach stoßen. Weil diese Pfeife aber einen Deckel hat, bringt sie es „nur“ auf 2,40 Meter. 

Die Registernamen sagen dem Organisten, was ihn klanglich erwartet, wenn er das Register zieht. Manche ahmen dabei z. B. Blasinstrumente nach, wie der Dulcian oder auch das Fagott im Pedal. Andere, wie z. B. die Mixtur klingen alleine ziemlich schrill und piepsig, sie können nur in Verbindung mit anderen Registern gespielt werden. Dann sorgen sie für den feierlichen Glanz des Orgelklanges.

 

Glocken

Die Einweihung unserer Kirche im Jahr 1953 durch Präses D. Heinrich Held musste ohne Glocken und ohne Orgel vor sich gehen, denn die Kaufsumme hierfür musste erst noch zusammengespart werden.

Am 12. September 1954 war dann endlich der große Tag der Glocken- und Orgelweihe. Die zwei kleineren der drei Glocken unseres Glockenturms läuteten schon seit Weihnachten 1953 den Gottesdienst ein.

Alle drei Glocken stammen aus der Gießerei Gebrüder Rickner, Stadt Sinn im Lahn-Dill-Kreis (Westerwald). Die drei Bronzeglocken sind auf den "Dreiklang" b, c, f, gestimmt.

Glockenturm von außenGlockenturm von innen2te Glocke

Glocke Klang Gewicht Inschrift
1. b   "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit"
2. c   "Laß meinen Mund Deines Ruhmes und Deines Preises voll sein täglich"
3. f 400 kg "Soli Deo, Gloria" (Gott allein die Ehre)

Mit den Gussstahlglocken der benachbarten St.-Konrad-Kirche harmonisieren die Bronzeglocken unserer Christuskirche für musikalische Ohren nicht so recht, was aber der guten Nachbarschaft nicht schadet. Die Glocken beider Kirchen werden auch nie gemeinsam geläutet.

Die Turmuhr, die nachträglich installiert wurde, macht den schmalen Aufstieg zu den Glocken noch enger und fast abenteuerlich. Die moderne Zeitschaltung der Läuteanlage erleichtert unserer Küsterin das anlassbedingte Läuten der Glocken.

 

Kirchenfenster

Gedanken zu den Kirchenfenstern in der Christuskirche Moers-Scherpenberg

Entwurf: Wilhelm Wittich
Thema: Hebräer 13,8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“

 

1. Kirchenfenster

1. Fenster: „Jesus Christus gestern…“

Im Mittelpunkt steht das Kreuz als Symbol für Jesus, den Gekreuzigten, den Christus. Das Kreuz steht fest, die rechteckigen Formen vermitteln einen stabilen Eindruck. Formen und Farben zeugen von Ruhe. Die vorherrschende Farbe ist rot, Farbe des Geistes Gottes, der sichtbar wird. Farbe auch der Kirche, die letztlich am Kreuz ihren Anfang nimmt.
Die beiden Halbkreise, als wenn Jesus sich nach rechts und links umsieht. Für alles, was war und jetzt ist, hat er sie Schuld auf sich genommen. Der erneuerte Bund Gottes mit uns steht fest. Für alle Zeit.
Christus ist auch noch frei für alles, was noch kommt.

 

2. Kirchenfenster

2. „…und heute…“

Das zweite Bild macht einen lebendigeren, aber auch verwirrenden Eindruck. Die Jetzt – Zeit, heute. Wir leben in einer zerrissenen und widersprüchlichen Zeit. Linien, die sich begegnen, die von der Kreuzform ablenken. Die stärker gewordene Diagonale.
Das Kreuz ist nicht mehr so stabil. Aber es ist da, ein schmaler violetter Streifen. Deutlich sichtbar.
Der Halbkreis in der Mitte – vielleicht ein Bild für Jesus Christus, der uns vom Kreuz anguckt, der ein Auge auf uns hat. Sein Kreuz ist ein Zeichen der Liebe Gottes, sichtbar durch ein Herz, das sich um die beiden Kreise rechts andeutet. Gott ist Liebe und die zeigt er uns in Jesus Christus. Was wir auf dem Herzen haben, dürfen wir zu ihm bringen. 
Die beiden Halbkreise im oberen teil sind vielleicht Andeutungen des Geistes Gottes, der über uns ist, der zu uns kommt und dann erst zu einem Kreis wird, wenn wir dabei sind.

 

3. Kirchenfenster

3. „und derselbe auch in Ewigkeit.“

Das leicht Chaotische des zweiten Fensters ist weg. Das dritte Bild macht  auf mich einen ausgeglichenen, ausgewogenen Eindruck. Das zentrale Kreuz ist sichtbar, klar und deutlich, eine bestimmende Größe, auch durch die violette Farbe.
Christus ist in der Welt, für uns da, um uns zu tragen, um uns Halt zu geben. Wer ihm vertraut, lebt im Gleichgewicht.
Der Kreis jetzt fast ganz zu sehen, am oberen Rand.
Die eben noch massive Diagonale ist noch da, aber nicht mehr so massiv. Die Linien zeigen nach oben. Zu Gott? Oder doch eher an Gott vorbei? Es ist so vieles, was uns ablenkt. Es gibt so viele Linien im Leben.
Das Kreuz in der Mitte und die beiden gelben Dreiecke formen einen Anker: mit Christus in der Mitte unseres Lebens sind wir fest verankert.

Moers-Scherpenberg, Pfarrer Martin Gres

 

Ausführung: Lucia Jacobs, Kevelaer