Die Orgel – Königin der Instrumente

Orgel FrontansichtSie befinden sich im Urlaub. In irgendeiner Stadt steht eine schöne Kirche, Sie gehen hinein, um sie anzuschauen, und werden von Orgelklängen empfangen. Am Abend wird es ein Orgelkonzert geben, und da gilt es für den Organisten (weiblicher oder männlicher Art), den Orgelwerken noch den letzten Schliff zu geben. Sie setzen sich in eine Bank und lauschen andächtig den Tönen, mal zart und durchsichtig, dann mächtig brausend, scheinbar den Kirchraum gänzlich ausfüllend. Ihre Gedanken gehen spazieren und Sie fühlen sich richtig wohl.

Das Jahr 2021 wurde ausgerufen als das Jahr der Orgel. Nicht umsonst gilt die Orgel als Königin der Instrumente. Mit der Vielfalt der Register (Klangfarben) vermag sie ein komplettes Orchester zu ersetzen, sie kann trompeten und jubilieren, flöten und posaunen oder mit zarten Streichern meditieren.

Unsere Orgel ist aus dem Jahr 1985. 1004 Pfeifen wurden von der Firma Hammer aus Hannover liebevoll von Hand gegossen und verlötet oder aus Holz gefertigt, die kleinste misst 9 mm in der Länge, die größte 2,60 m. Das mag man kaum glauben, weil man nur die wenigsten Pfeifen im Prospekt sehen kann. Im Inneren des Gehäuses stehen sie fein aufgereiht auf den Windladen. 

Diese Pfeifenreihen verteilen sich auf zwei Manuale und das Pedal, dort wiederum auf 19 Register. Manuale und Pedal lassen sich sowohl  per Registerzug als auch durch Fußhebel miteinander koppeln. Ein weiterer Fußhebel dient dem Öffnen und Schließen des Schwellwerks. Die dadurch entstehende Vielfalt an unterschiedlichen Klängen kann einen Organisten, aber auch die Gemeinde richtig glücklich machen.

(Kleines Intermezzo: Wer genau hinschaut, bemerkt, dass die „Türen“ des Schwellwerks und die Emporenbrüstung die gleiche Musterung aufweisen.)

Natürlich verstimmen sich die Pfeifen im Laufe der Zeit. Allein schon die unterschiedlichen Temperaturen tragen dazu bei. Wie gut, wenn man einen Orgelbauer kennt, der alles wieder richten kann.

Nach der langen Coronazeit mit Gottesdiensten im Internet oder Gemeindehaus darf jetzt wieder die „große“ Orgel ihren Dienst tun, zur Freude der Gemeinde und zur Ehre Gottes.

Dorothee Kruchen-Berns