Andacht

Martin Gres auf der Treppe zur Kirche

„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ Hebräer 13,8

Liebe Gemeinde, 

das ist der Spruch des Tages am 1. Januar 2021. Der Spruch, dem die Konfis als erstem begegnen, wenn sie bei der Erkundung des Gemeindezentrums die Kirche von außen entdecken, dem Bibelspruch im Grundstein unserer Christuskirche. Ein Wort, in Stein verewigt. Zeitlos. Unbeweglich. Und dennoch allezeit aktuell. Der, um den es geht, ist eben nicht aus Stein, nicht zeitlos, sondern in unserer Zeit wie auch vorher und zukünftig gegenwärtig.

Jesus Christus gestern. Ich denke an unsere Gemeinde: Wie viel Gelungenes und Erfreuliches gab es, Bewahrung und Hilfe, Trauriges und Zuwendung. Menschen auf ihren Wegen, die  sich hier in der Gemeinde gekreuzt haben, auch mit meinen. Viel Unterstützung war zu spüren, Begleitung im guten Sinn, gemeinsames Klagen und Freuen. Ich habe viel zu danken. Auch um Vergebung zu bitten. 

Jesus Christus heute. Loslassen ist angesagt. Das alte Jahr Gott zurückgeben. Meine Zeit in Scherpenberg zurückgeben. Abschied nehmen ohne Händeschütteln und Umarmung – das wird schwer! Aber das ist jetzt dran. Vielleicht gibt es bessere Zeiten, aber diese ist unsere. 

Derselbe auch in Ewigkeit. Angst vor dem, was kommt, ist nicht angebracht, vor dem neuen Jahr nicht, vor dem Abschied nicht. Die Wege gehen weiter, meine und Ihre. Sie trennen sich. Manches wird anders werden, ein(e) PastorIn ist zukünftig weniger präsent, aber die Gemeinde lebt. Jesus Christus ist derselbe. Er ist der Beständige, der lebendig ist. Nicht aus Stein, sondern erfahrbar auch in unserer Gemeinde. Die bleibt auch, anders sicher, aber gesegnet weiterhin. Das Wort auf dem Grundstein der Kirche ermutigt, tröstet, richtet den Blick nach vorn. Jesus ist und bleibt Gottes Ja zu uns,  für immer. Deshalb ist das Ende des Jahres nicht das Ende schlechthin, auch mein Dienstende nicht. 

Gott ist menschlich in Jesus Christus. Seit gestern, vor allem heute und auch weiterhin. Das war mir immer wichtig zu verkündigen und zu leben.

Auf dieses Versprechen vertraue ich, und das möchte ich mit Ihnen und Dir teilen. 

Ein gesegnetes neues Jahr 2021!

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfarrer