Andacht

Martin Gres auf der Treppe zur Kirche

Liebe Gemeinde!

Na, wie war Ihr Urlaub? Fiese Frage? Sauerland statt Gran Canaria. Mosel statt Holland. Manche mussten ihre Pläne ändern. Manche sogar ganz verzichten. Andere haben Deutschland entdeckt: Mecklenburg-Vorpommern ist so schön. Auch der Schwarzwald...

Corona lässt uns von manchen hohen Plänen Abschied nehmen. Und wir erleben ganz etwas Neues. Urlaub zu Hause am Niederrhein oder in der näheren Umgebung kann sehr schön sein. Die weite Strecke macht es nicht, das Erlebnis ist wichtig: ein paar Tage oder Wochen mit der Familie oder mit Freunden zusammen sein, mal die Arbeit im Homeoffice oder im Krankenhaus hinter sich lassen. Spaß haben geht auch vor (oder hinter) der Haustür. 

Da genießen wir den heimischen Garten wieder, da schwingen sich viele wieder mal auf das Fahrrad, die Fahrradläden haben Hochkonjunktur. Da werden Steine bemalt und am Wegesrand aneinandergereiht. Ich finde manche kreative Ideen in der Coronazeit. Es ist nicht nur die Zeit zum Vermissen, sondern auch zum Entdecken. Ich habe z.B. die Vögel im Garten entdeckt. Wie viele unterschiedliche Arten sich da am Teich oder an der Futterstelle abwechseln. Wie neugierig so ein Rotkehlchen ist, guckt mir beim Lesen zu. Oder die Bienen, prallvoll mit Nektar – wo die wohl jetzt hinfliegen? Oder der Tanz der Schmetterlinge...

Wie gesagt: Es ist auch eine Zeit der Entdeckungen draußen im Freien. „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in ihre Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“ (Matthäus 6, 26) Manches, was uns Sorgen gemacht hat, was unser volles Engagement in Anspruch nahm, wird weniger wichtig. Anderes dafür umso mehr. Auch ein Erfolg der Coronazeit. 

Ich wünsche Ihnen, liebe Gemeinde, dass Sie wieder hoffnungsvoll und zuversichtlich in die Zukunft sehen! Freuen wir uns auf das Wiedersehen in der Gemeinde!

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfarrer