Schwere Zeiten für den ICJA

ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. leistet durch internationale Begegnungen und interkulturelle Bildung praktische Friedensarbeit und fördert gesellschaftspolitisches Engagement.

Zweimal hatten wir in unserer Gemeinde eine Freiwilligendienstlerin über den ICJA zu Gast, die uns in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit sowie allgemeine Gemeinde- und Seniorenarbeit ganz praktisch unterstützt hat. Desweiteren hat die Gruppe der in NRW eingesetzten Freiwilligen mit ihren deutschen BetreuerInnen einige Male bei uns im Jugendzentrum ihre Treffen veranstaltet.

Es sind beunruhigende Zeiten. Doch bei aller Sorge um Gesundheit und Wirtschaft hierzulande gerät schnell aus dem Blick, welche Begleiterscheinungen mit der nie dagewesenen weltweiten Abriegelung der Nationalstaaten einhergehen. Statt gemeinsam mit Geflüchteten, unseren europäischen Nachbarn und den finanzschwachen Ländern des Globalen Südens nach Lösungen in der Krise zu suchen, schotten sich viele Länder ab und setzen kurzsichtig auf Lösungen ausschließlich für die eigene Mehrheitsbevölkerung.  

Es fehlt der Blick und das Engagieren über Grenzen hinweg. Es fehlt die internationale Zusammenarbeit, der Blick für globale Zusammenhänge, das, wofür der ICJA steht. Der Verein wird gebraucht, damit sich das wieder ändert.

Es ist allerdings wenig verwunderlich, dass die Zeiten für den Freiwilligendienst im Allgemeinen und ICJA im Besonderen extrem schwierig sind.

Als Anfang März mehr und mehr Länder ihre Grenzen schlossen, war die ICJA durch die deutschen Behörden gezwungen, die 266 Freiwilligen aus über 40 Ländern zurückzuholen. Die wenigen verfügbaren Flüge wurden gebucht, von den Airlines gestrichen, neu gebucht, bis dann schließlich die Freiwilligen wieder zurück waren. Ob die Fördermittelgebenden die Mehrkosten hierfür übernehmen, ist offen, aber zu hoffen. Die Förderkreise der Freiwilligen stellen ihre Spenden ein, weil diese oft eng mit den einzelnen Freiwilligen verbunden sind und viele Angehörige selbst durch Corona finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Die internationalen Freiwilligen in Deutschland befinden sich bis auf zwei alle noch im Land. Die Entwicklung in Deutschland und in ihren Heimatländern verfolgen sie mit großer Sorge. Die ICJA begleitet sie so gut es geht. Viele Einsatzstellen der Freiwilligen sind geschlossen. Sie sind allen Gastfamilien sehr dankbar, die nach wie vor dafür sorgen, dass Freiwillige ein Zuhause haben. Alle anderen Projekte liegen zurzeit auf Eis: Workcamps ebenso wie die Bildungsarbeit in Berufsschulen und ein europäisches Projekt zum Zusammenleben von geflüchteten und nicht-geflüchteten Menschen.

Ob es im kommenden Sommer neue Aus- und Einreisen geben wird, ist ungewiss. Für den ICJA, aber auch für die internationalen Partnerkomitees, könnte damit ein komplettes Jahr ins Wasser fallen. Mehrere Partner haben bereits Mitarbeitende entlassen. Vor diesem Hintergrund sind auch die Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle in Berlin und dem Büro in Frankfurt a. M. zum 1. April 2020 in Kurzarbeit gegangen.

Doch es wird eine Zeit nach Corona geben. Eine Zeit, in der Verständigung und gelebte Solidarität über Grenzen hinweg wichtiger denn je sein werden. Darum bitte wir: Unterstützen Sie den ICJA mit einer Spende! Jeder Beitrag hilft, die weltweite Begegnungs- und Friedensarbeit für die Nach-Corona-Zeit zu erhalten. Per Onlinebanking auf das Spendenkonto DE56 3506 0190 1011 8120 11 bei der KD-Bank oder online auf  www.icja.de/content/service/spenden/.

Jeder Beitrag hilft, die weltweite Begegnungs- und Friedensarbeit für die Nach-Corona-Zeit zu erhalten.

Vielen Dank!