Andacht

Martin Gres auf der Treppe zur KircheLiebe Gemeinde!

Bitte denken Sie einen Moment daran, wofür Sie dankbar sind! Für die Gesundheit oder die Genesung. Für die Familie. Für Freundinnen und Freunde. Für das Leben, das alles in allem sehr lebenswert ist. Für den Frieden. Dass wir heute Morgen aufstehen konnten. 

Erntedank am 6. Oktober ist heutzutage mehr als Obst und Gemüse auf dem Abendmahlstisch. Es ist eine Gelegenheit, auch Gott einmal zu danken für unser Leben mit allen seinen guten Seiten. Manch einer wird auch für eine dunkle Seite danken, an der er gewachsen und gereift ist.

Es gibt so Vieles, was mir geschenkt ist, was ich gar nicht verdienen kann: Dass ich gerade diesem Menschen begegnet bin. Dass ich gesund bin. Dass ich mein Auskommen habe und mir keine Sorgen machen muss. Dass genügend zum Leben bleibt. Dass ich hier in Mitteleuropa geboren wurde.

In wachen Momenten wird mir bewusst: Ich kann nicht alles. Manches gelingt, obwohl ich es mir gar nicht zugetraut hatte. Manches wird gut, weil andere daran mitwirken. Und oft genug habe ich Gott Danke gesagt, weil etwas gut geklappt hat.

Dankbar leben – klingt ziemlich altbacken. Ist aber eine ganz gute Übung, um nicht allzu vermessen zu sein, als könnte ich alles und alles ganz allein. Dankbar den Anderen gegenüber, die mit mir zusammenleben und -arbeiten. Dankbar gegenüber Gott, der wachsen und gedeihen lässt.

Wenn wir zu Erntedank, am 6. Oktober, wieder Obst und Gemüse auf den Abendmahlstisch gelegt haben, dann sind es Symbole für ein reiches Leben, das ich und wir alle mehr oder weniger genießen. 

Ich wünsche Ihnen den Mut, danken zu können, anderen und Gott!

Eine gute Zeit wünscht Ihnen,

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfarrer