Andacht

Martin GresLiebe Gemeinde!

Ein alter Mann ging über einen großen Platz. Er setzte sich auf eine Bank und beobachtete Kinder, die ganz offensichtlich „Krieg“ spielten. Mit Stöcken und grellen „Peng-peng“- Schreien rannten sie aufeinander los. Auch ganz kleine waren dabei. 

Nachdenklich guckte der alte Mann zu. Dann ging er entschlossen auf die Kinder zu und sagte: „Kinder, spielt doch nicht Krieg! Spielt doch mal Frieden!“ Unsicher und verlegen guckten sich die Kinder an und überlegten. Nach einer Weile kamen sie zu dem Mann, der sich wieder auf die Bank gesetzt hatte. Ein kleiner Junge stellte sich vor ihn hin und fragte: „Du, wie spielt man denn Frieden?“

Es ist wohl eine alte russische Geschichte, die Jörg Zink notiert hat. Es ist nicht nur bei Kindern scheinbar beliebter und einfacher, Krieg zu spielen als Frieden. Haben wir das nicht alle als Kinder so gemacht, mit kleinen Stöcken „Peng, peng“? Es war unser Spiel. Im wahren Leben sehnten wir uns nach Zärtlichkeit, Liebe und Frieden. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nur dass die Kriegsspiele allgegenwärtig sind:

Auf den Straßen, in Familien, in der Politik werden die nationalistischen Keulen ausgepackt, die alles andere als friedenstauglich sind. Was leben wir unseren Kindern vor? Dass Gewalt und Krieg die Normalität sind? Dass Egoismus beim Weiterkommen hilft? Dass Friedenmacher Schwächlinge sind? 

„Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt. Ich habe heute einen Traum!“, so Martin Luther King am 28. August 1963. 

Lassen Sie uns das Träumen und den Einsatz für friedliche Lösungen nicht ausreden. Gottes Wunsch an uns ist: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15 – die Losung für das neue Jahr).

Ich wünsche Ihnen und Euch allen ein friedliches Jahr 2019!

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfr.