Andacht

Martin GresLiebe KonfirmandInnen, liebe Gemeinde!

Sie erinnern sich – das letzte Jahr war ziemlich „verluthert“: der Reformator auf Tassen und Tellern, Servietten und als Playmobilfigur. Haben Sie sie noch? Ich ja!

Dieses Jahr gibt es wieder ein Reformationsfest, nicht als gesetzlicher Feiertag allerdings, aber auch wieder am 31. Oktober! Und wir feiern Gottesdienst. Sicher etwas schlichter, wir erinnern nicht nur an den legendären und „heldenhaften“ Thesenanschlag in Wittenberg, wir denken an die Inhalte der Reformation. 

Wir erinnern an den gnädigen Gott. Wir erinnern an die Freiheit, denn wir leben nicht nur in dieser Welt mit all ihren Zwängen: Hauptsache gesund, oder: Hauptsache Spaß! Oder: Hauptsache Erfolg! 

Unser Vater ist nicht nur der leibliche, sondern Gott. Und er gibt uns wie ein guter Vater die Freiheit, ihm zu glauben oder nicht. Freiheit, unseren eigenen Glaubensweg zu suchen und nicht nur anderen nachzuplappern. Unser Glaube soll erwachsen werden. Diese Freiheit ist eine Zumutung, sie mutet uns doch tatsächlich zu, selbst zu denken und einen eigenen Weg zu Gott zu gehen. Da helfen Vorbilder, klar. Aber da hilft letztlich nur das Ausprobieren - und das mit anderen zusammen. Gott erinnert uns immer daran, dass neben uns noch andere auf dem gleichen Weg sind. Glauben geht schlecht allein, muss ja auch nicht. 

Und: Gott erwartet von uns keine Vorleistungen: Du musst! Du darfst nicht! Sondern: Ich bin akzeptiert, wie ich bin. Ich kann mich selbst annehmen und andere auch, so wie sie sind. 

Wenn wir das mal begriffen haben, ist das eine befreiende Botschaft. Die hören wir miteinander in jedem Gottesdienst. Hören Sie doch mal rein!

Herzliche Grüße zum Herbst!

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfr.