Andacht

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
(Lukasevangelium 15,10)

 

Liebe Gemeinde!

Buße, Sünder. Da sind die Gedanken gleich bei Bußgeldbescheid, Verkehrssünderkartei, beim Urteil vor Gericht, mit dem jemand bestraft wird. Das will niemand hören. 

Das Wort „Freude“ wird dabei fast übersehen. Wie passen diese Wörter zusammen? 

Das Wort „Buße“ bedeutet im Deutschen:  bessern, verbessern. In der Bibel meint Buße: Umkehren.

Ein Mensch entdeckt, dass sein bisheriger Lebensweg falsch war. Wie der jüngere Sohn in der Geschichte vom verlorenen Sohn kehrt der Mensch um und klopft bei seinem Vater an. Der verschließt die Tür nicht, sondern nimmt ihn freudig auf. So, sagt Jesus, ist Gott, der Vater. Die offene Tür für jede und jeden, der sich selbst in einer Sackgasse angekommen sieht, der den eingeschlagenen Weg als falsch erkennt. Auch jemand, der sein Leben ohne Gott lebte, der also im biblischen Sinn als „Sünder“ gelebt hat, kann mit seiner herzlichen Annahme rechnen. Freude über den, der zurückkehrt, der sich bekehrt, der Buße tut. 

Vergessen wir also die allzu menschlichen Bedeutungen von Sünde (zu schnell gefahren, das Stückchen Sahnetorte zu viel usw.)! Lassen wir uns auf Gottes Einladung ein, über unsere Lebensentscheidungen nachzudenken und vielleicht auch einzusehen, dass nicht alle gut sind, für mich, für andere. Gott möchte, dass ich mit mir und den Menschen in meiner Umgebung und eben auch mit ihm ins Reine komme, in Frieden lebe, das ist doch wohl eine erstrebenswerte Perspektive. 
Herzliche Grüße!

Ihr/Euer
Martin Gres, Pfr.